Geschichte

GESCHICHTE

Herzebösch - Ein Zentrum verändert ein Dorf


Das Sport- und Kulturzentrum  Elsenborn stellt sich vor:
 

Die meisten Belgier kennen den Ort Elsenborn höchstens deshalb, weil sie dort wohl oder übel einen Teil ihrer Militärausbildung im dortigen Lager Elsenborn, beziehungsweise auf dem angeschlossenen Truppenübungsplatz ableisten mussten. Zirka drei Kilometer vom Lager befindet sich die Ortschaft Elsenborn die schon seit einigen Jahren konstant circa 1000 Einwohner zählt.

Diese Dorfsbewohner pflegten schon seit jeher ein sehr aktives Vereinsleben, sei es auf sportlicher oder kultureller Ebene. Leider mussten sie sich bei der Ausübung ihrer Aktivitäten mit einer schlichten, ja mit einer primitiven Infrastruktur zufrieden geben. Auf dem einzigen Fußballplatz, der einem besseren Acker zur Ehre gereicht hätte, gab es keine Duschen, der Schützenverein musste auf einen Schützenstand zurückgreifen, der keinerlei Sicherheitsanforderungen entsprach und sollte einmal ein grösseres Fest, beispielsweise ein Jubiläum, gefeiert werden, musste ein Festzelt angemietet werden, was mit erheblichen Kosten verbunden war. Bei kleineren Anlässen war man auf die Dorfswirte angewiesen, wo dann meistens ein Verlustgeschäft entstand.

Ende der sechsiger Jahre wurde der Ruf nach einer geeigneten Infrastruktur in unserem Dorfe verständlicherweise immer lauter, doch ein von der damaligen Gemeinde Elsenborn geplantes Projekt fiel aufgrund der Fusion mit der Gemeinde Bütgenbach ins Wasser. Nur kurze Zeit später taten sich der Fußballklub und der Schützenverein zusammen, um gemeinsam etwas zu schaffen. Damit war den acht anderen Vereinen unseres Dorfes aber immer noch nicht gedient und die neue Gemeinde Bütgenbach wollte nur ein Gesamtprojekt unterstützen. An dieser Stelle muss vielleicht darauf hingewiesen werden, dass das Verhältnis unter den einzelnen Vereinen damals nicht immer das beste war und oft von Konkurrenzdenken geprägt wurde. Nach langen Verhandlungen unter den Vereinen unter anderem im Hinblick auf den Standort und die Finanzierung wurde im Jahre 1975 der Bau eines Zentrum für alle Vereine des Dorfes beschlossen.

Anfang 1977 wurde die erforderliche Gesellschaft ohne Erwerbszweck gegründet. Bei der Planung und Durchführung dieses zur damaligen Zeit in unserer Gegend einmaligen Projektes konnten wir auf die tatkräftige logistische Unterstützung zweier Elsenborner Unternehmer zählen. Das Projekt wurde mit einer leeren Kasse gestartet, daher wurde von vorneherein beschlossen, dass die Arbeiten zu 90 Prozent durch freiwillige Helfer durchgeführt werden sollten. Das Material sollte uns teilweise vom damaligen Rat der Deutschprachigen Kulturgemeinschaft bezuschusst werden. Die Gemeinde Bütgenbach stellte uns das Bauholz, welches durch die Vereinsmitglieder im Wald besorgt wurde, zur Verfügung. Eine hiesige Bierbrauerei stellte uns 1.000.000 Franken zur Verfügung die wir nicht zurückerstatten mussten. Hierfür verpflichteten wir uns im Gegenzug zur Abnahme von 2.500 Hektolitern Bier nach Fertigstellung des Zentrums.

Zur weiteren finanziellen Absicherung dieses Projektes wurden Zertifikate zu 1.000 und zu 5.000 an die Dorfsbewohner verkauft und dies im Gesamtwert von damals sage und schreibe insgesamt 2.500.000 Franken. Man verpflichtete sich, die zu 6 Prozent verzinsten Scheine innerhalb der nächsten zehn Jahre zurückzuzahlen. Durch das in den folgenden Jahren bestens funktionierende Skizentrum war diese Schuld aber schon nach 6 Jahren abgegolten. Die zehn dem Zentrum angeschlossenen Vereine konnten ebenfalls in den Genuss von staatlichen Zuschüssen für die Einrichtung der Ihnen zugeteilten Räumlichkeiten kommen. Diese Vereine stellten der neugegründeten Gesellschaft ferner Gelder aus ihrer Vereinskasse zur Verfügung. So war für ein doch recht ordentliches Startkapital gesorgt und der Bau des Zentrums konnte in Angriff genommen werden.

In einer nie für möglich gehalten Zusammenarbeit unter den Vereinen entstand das Zentrum in einer Rekordzeit von eineinhalb Jahren und konnte am 08.April 1980 feierlich eröffnet werden wobei dem Zentrum das Motto "Gemeinsam schaffen wir Herzebösch" gegeben wurde. Und fürwahr, diese beim Bau des Zentrums an den Tag gelegte Solidarität sollte bis zum heutigen Tag Bestand haben, ja man sogar sagen, dass durch dieses Zentrum die ganze Dorfsbevölkerung enger zusammengerückt ist. Bei der Durchführung von Veranstaltungen wurde und wird stets Wert darauf gelegt, dass keine Konkurrenz zu den Dorfswirten entsteht. Nicht zuletzt deswegen haben wir von Anfang an auf die Durchführung von Privatveranstaltungen, beispielsweise Goldhochzeiten, wo meistens das ganze Dorf auf den Beinen ist, verzichtet.

Nachdem mit dem eigentlichen Bau des Zentrums ein erster Kraftakt geschafft war galt es nun, das Projekt angemessen zu verwalten und die zehn im angeschlossenen Vereine unter einem Hut zu behalten. Hierfür zeigte sich der Verwaltungsrat der Gesellschaft schon seit seiner Gründung verantwortlich. Diesem Verwaltungsrat gehörte ein Mitglied pro angeschlossenen Verein statt. Ferner wurden unabhängige Mitglieder aus der Dorfsgemeinschaft mit einbezogen. Dieser Verwaltungsrat wählt dann aus seinen eigenen Reihen seinen engeren Vorstand, bestehend aus Präsident, Vizepräsident, Kassierer und Schriftführer. Dieser Verwaltungsrat traf sich in den ersten Jahren wöchentlich und nachdem wir aus dem gröbsten waren treffen wir uns nun im 14 Tage- Rhythmus. Der geschäftsführende Vorstand trifft sich zusätzlich noch mehrmals pro Jahr, so dass wir auf annähernd 30 Versammlungen pro Jahr kommen.

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Verwaltungsrat ausschließlich aus freiwilligen Vereinsmitgliedern besteht, die dieser doch recht mühsamen Aufgabe nach Feierabend nachgehen. Es sind beim Betrieb unseres Zentrums ausschließlich Amateure am Werk, wir können lediglich für die Unterhaltsarbeiten auf einen Arbeiter zurückgreifen, der anfangs im Rahmen eines Prime-Projektes und später als ACS- Arbeiter in unserem Zentrum beschäftigt wurde. Für diesen Arbeiter kommen wir in den Genuss von Subsidien der Wallonischen Region als auch von Seiten der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Im Verlaufe der Zeit hat unser Zentrum eine rasante und kaum vorhersehbare Entwicklung erfahren. So war der Betrieb eines Skizentrums nie mit in die ursprüngliche Planung miteinbezogen worden. Mit den Jahren drängte sich die Eröffnung eines Skilanglaufzentrums infolge des sich langsam entwickelnden Tourismus in unserer Gegend förmlich, auf so dass 1980 mit ganz bescheidenen Mitteln begonnen wurde. Mehrere schneereiche Winter sorgten für eine unvorhergesehene Aufbesserung der Kasse. So konnten nicht nur, wie schon gesagt, die Schulden wesentlich früher als vorgesehen zurückgezahlt werden, es konnten auch schon weitere Investitionen getätigt werden, so zum Beispiel der Ausbau der Halle durch eine Bühne, ein Anbau zum Unterbringen des Sportmaterials und vieles mehr, ein weiterer Anbau folgte in jüngster Zeit.

Dies war nur durch den immer vorhandenen Einsatz der freiwilligen Helfer möglich, die auch bei klirrender Kälte bis zu - 27 Grad anlässlich eines Skivolkslaufes ihren Mann standen. Doch das Zentrum lebt nicht nur während des Skibetriebes, es finden ständig die verschiedensten Aktivitäten statt, die ich hier kurz erwähnen möchte: Training und Spielbetrieb des Turnvereins, des Fußballklubs, des Schützenvereins, des Hapkidoklubs, des Skiklubs und des Tischtennisvereins; Turnstunden der benachbarten Grundschule für differenzierten Unterricht; Proben des Tambourkops, des Musikvereins und des Kirchenchores; Verschiedene Aktivitäten der Jugendorganisationen unseres Dorfes; Vorstands- und Generalversammlungen der angeschlossenen Vereine. Hinzu kommen eine Unzahl von sportlichen und kulturellen Veranstaltungen, welche im Verlaufe der beiden letzten Jahrzehnte in unserem Zentrum über die Bühne gingen, so zum Beispiel die Jahreskonzerte der kulturellen Vereine, Jubiläumsverantstaltungen, Schützenfeste und so weiter. Ferner fanden in unserem Zentrum Großveranstaltungen statt, die bis dato in unserem Dorfe nicht möglich waren, so beispielsweise Rockkonzerte und volkstümliche Veranstaltungen mit nationalen und internationalen Stars. Die Belgische Tischtennisnationalmannschaft mit den Gebrüdern Saive trug am 08.Oktober 1996 ein Länderspiel im Rahmen der Europaliga in unserem Zentrum aus, welches live im Belgischen Fernsehen übertragen wurde und diese Liste könnte fast nach Belieben fortgesetzt werden.

Durch die Errichtung und das Betreiben unserer Sport- und Kulturanlage hat unser Dorf und insbesondere dessen Vereine in den letzten Jahren eine niemals für möglich gehaltene Entwicklung durchgemacht und alle, nicht nur unser Verwaltungsrat wollen auch weiterhin dafür sorgen, dass unser Zentrum unter dem Leitsatz "Gemeinsam schaffen wir" seinen Weg zum Wohle unserer Dorfsbevölkerung geht. Die folgenden Internetseiten sollen Sie über unser Zentrum und die angeschlossenen Vereine informieren und vielleicht dürfen wir Sie ja bald als Gast im schönen Ostbelgien begrüßen.
 



Kleine Dorfgeschichte

gesammelt von Manfred Langer
 

Ereignisse, die Pfarre betreffend

1688: Bau der Kapelle
1803: Erhebung zur Pfarre
1838/40: Neubau der Kirche
1842: Erbauung des Pfarrhauses

Sonstige Ereignisse; die das Leben in Elsenborn beeinflußten

± 1830: Bau der Aachen-Trierer-Straße
1880/90: Bau der Bahnlinie Aachen-Sankt Vith - Bahnhof Sourbrodt
1894: Anlegung des Truppenübungsplatzes
1900/02: Verlegung der Wasserleitung
1910/12: Bau der Bahnlinie Jünkerath-Weywertz - Bahnhof Bütgenbach
1912/13: Anschluß an das Elektrizitätsnetz (Strom aus dem Warchewerk in Weywertz)
1920/30: Bau der Talsperre Bütgenbach
1979: Bau des Sport- und Kulturzentrums "Herzebösch"

Gründungsjahre der Vereine

1875: Kirchenchor
1893: Musikverein
1924: Schützenverein
1929 Tambourkorps
1955: Fußballklub
1968: Turnverein
1970: V-Verein
1977: Kinderchor Arnikas

 

























 
       


Sport- und Kulturzentrum Herzebösch
Material Copyright © 2001 Sport- und Kulturzentrum Herzebösch
- Alle Rechte vorbahalten -
Impressum

 
 

Copyright © 2001-2011 Sport- und Kulturzentrum Herzebösch | All Rights Reserved

Design by G. Wolfgang | Modified by Webmaster Herzebösch | Powered by Website Baker